Göhrdemarsch

Vom 14. September bis zum 16. September marschierten wir von Damnatz zum Göhrde - Gefechtsfeld. Hier nun ein kleiner Bericht zur Vorbereitung und zum Ablauf des Marsches.

Vorbereitung

Mit Ron, Christian, teils Andy und Horst (Trommler) haben wir die Wege, Am Gedenkstein zur Göhrde die wir für den Marsch erdacht hatten, in der Vorbereitung abgewandert und abgfahren, so dass wir beurteilen konnten, ob die Wege zumutbar und passierbar waren, denn es sollten nach Möglichkeit Pferd und Wagen dabei sein. Bis zur letzten Sekunde stand dies aber noch nicht fest, doch kurz vor Marschbeginn überbrachte Ron die positive Nachricht, dass er einen Planwagen und zwei schusssichere Pferde zur Verfügung hatte. Die Marschierenden waren froh darüber, denn so brauchte man doch nicht alles zu tragen, zumal die Trommler ja eh schon mehr als gut bepackt waren.
Mein persönlicher Dank geht an dieser Stelle an die badischen Jäger, die uns Material für die Vorbereitung zur Verfügung stellten, so dass wir vorab einen Einblick hatten, was bei solchen Märschen alles zu berücksichtigen ist. In Gesprächen, auch mit anderen Gruppen, erfuhren wir, womit ein Tornister 1813 bestückt war, und was zur Marschverpflegung gehörte. So setzte ich am Samstag bzw. Sonntag einen Sauerteig an, für den ich extra geschrotetes Mehl und Vollkornmehl besorgt hatte, um am Montag (*grins* bis Dienstagmorgen) Militärbrote zu backen. Da gleich zwei Autos für den Transport ausgefallen waren, hatten wir zwischenzeitlich ein logistisches Problem, aber Dank Jens, der mit seinem Anhänger den Transport übernahm, klappte letztendlich doch alles, so dass die meisten Sachen vor Ort waren. Die Tische und Bänke, die Janosch und Andy gebaut hatten, waren sehr zweckdienlich, zumal man sie in Einzelteilen transportieren kann, so dass sie nicht soo viel Platz brauchen wie z.B. eine Truhe oder Ähnliches.

Tag 1: Start und Marsch

Wer wollte, konnte schon am Dienstagabend (13.09.2011) nach Damnatz kommen, dort hatten wir ein kleines Biwak in der Rosenstraße, das ist die K14 (Siehe Plan) errichtet. Gerne wären mehrere Mitglieder vom Napoleonik e.V. mit marschiert, allerdings hätten wir den Marsch gesundheitsbedingt nicht durchgestanden, so dass wir lieber im Biwak blieben, ansonsten hätten wir wohl eine Kutsche oder mehrere Gespanne gebraucht ;o) Am Mittwoch starteten wir dort gegen 9.30 UHr, wobei der erste Weg zur Kirche führte. Dort gedachten wir der Gefallenen, allgemein und natürlich derer, die am 24. August 1813 im Gefecht und bei der Verteidigung der Kirche fielen. Aufbruchstimmung Damnatz Weiter ging es an der berühmten Scheune, deren Scheunentor im Bomann Museum Celle zu sehen ist, entlang, die wieder aufgebaut wurde. Der freiwillige preußische Jäger Christian Vongehr, der in Damnatz aufgewachsen ist, wusste einiges über die Örtlichkeiten und die Zeit um 1813 zu berichten. Unser Weg führte uns wieder in Richtung der K14, am Biwak wurde eine kurze Pause eingelegt und Proviant aufgenommen, wie zu früheren Zeiten wurden die Marschierenden mit einem Laib Brot ausgestattet, dazu gab es Käse und Äpfel.
Der Marsch ging weiter über Seedorf und Breetze in Richtung Dannenberg, dort wurde am Gedenkstein der Eleonore Prochaska alias August Renz eine Gedenkpause und ein Salutschießen abgehalten. Danach ging es weiter über Lüggau nach Streetz, wo Anwohner schon erwartungsvoll die Marschierenden erwarteten, die dort ihre erste Übernachtung hatten.

Tag 2 + 3: Streetz - Parpar - Kollase - Gefechtsfeld

Am 15. setzte sich der Marsch nach einer ausgiebigen Nachtruhe und einem Frühstück gegen 9.30 Uhr in Bewegung. Göhrdemarsch Gruppe Auf dem Marsch wurde fleißig requiriert, Ron und Axel haben da beste Erfahrungen, und natürlich wurde auch gesammelt, was es so in der Natur zu finden gibt, z. B. Pilze, wohl dem, der sich damit auskennt ;o) Eine Pause wurde in Parpar engelegt; heutzutage ist hier eine Fledermaus-Winterpflegestation zu finden, früher um 1813 befanden sich dort Schäfereien und später eine Forstsiedlung, der alte Ofen ist noch erhalten; dort biwakierten 1813 unter anderem das leichte Korps Tettenborns, so dass diese Pause auch einen historischen Hintergrund hatte. Dann ging es weiter in Richtung Schmardau und weiter durch den Wald, bis am Abend wieder genächtigt wurde, diesmal in Kollase. Gemütlich saßen dort alle um das Versorgungsfeuer herum beisammen, am späteren Abend kam unser Ensign Tino noch hinzu, er war vorher beruflich verhindert und wollte zumindest den Freitag mitmarschieren.
Am Freitagmorgen ging es gegen 9 Uhr los, denn man wollte rechtzeitig am Göhrde - Gefechtsfeld ankommen. Unterwegs kam es dann aber zu den schon längs überfälligen Angriff auf die Marschierenden, sie hatten einen Angriff schon eher erwartet, aber lieber spät als nie. Gegen 11 Uhr wurden Sie von der gegnerischen Infanterie empfangen, die Kavallerie war auf einem der anderen Wege um die dortige Route zu sichern. "Gegen 11 Uhr bemerkten wir ein Hindernis mitten auf dem Weg, das uns sehr verdächtig erschien. Christian alarmierte sofort unsere Truppen und in diesem Moment wurden wir auch schon beschossen. Unsere Linie formierte sich unter heftigem Getrommel, wobei die Jäger zeitgleich mit der Abwehr begannen. Das Gespann brachte sich angesichts dieser brenzligen Situation in Deckung. Nach einem heftigen Geplänkel, dem Schießen unserer Linie und Jäger, brach die Gegenwehr der Angreifenden zusammen. Wir versorgten die Verletzen beider Seiten, stärkten uns und kletterten aus dem Göhrdetal heraus, dem vermuteten Feind entgegen. Als wir aus dem Wald kamen, sahen wir das Biwak, in das wir unter Getrommel einmarschierten, wo wir sehr freundlich von allen Truppen begrüßt wurden." (Bericht von Ron)
Wir möchten an dieser Stelle nochmals allen Beteiligten danken, dem Bauern Hewekere in Streetz, dem Heuhotel Kollase, der Bevölkerung und den Fotografen, und natürlich den Marschierenden der 42nd, Braunschweiger, Feldbataillon Lauenburg und des Napoleonik e.V.. Ein spezieller Dank an die Trommler Wolfgang und Horst, die den Marsch wirklich toll begleitet haben und motivierend den Marschtakt angaben.

Wir danken allen Beteiligten und denjenigen, die sich engagiert haben, es geht ums Hobby und um die Geschichte, unsere Geschichte!

Die Göhrde: Göhrde - Gefecht

Vom Freitag an war der Napoleonik e.V. zu Gast bei der Göhrdeschlacht, deren Veranstalter General Marius Franke war. Einige von uns waren schon am Donnerstag angekommen, gerade diejenigen von uns, die zur Sicherheit der Marschierenden vor Ort in Damnatz geblieben waren. Der Aufbau gestaltete sich etwas schwierig, da die falsche Plane mit war und die Marketenderie größer ausfiel als sie sollte, aber wir bauten so gut es eben ging auf. Am Freitag Abend ging es zur Eröffnung nach Dahlenburg, netterweise gab es einen Busshuttle für die Hin- und Rückfahrt. Das Theaterstück der Göhrdefestspiele wurde hier nochmals hervorgehoben, geht es bei diesem doch um das Leben der Eleonora Prochaska, die unter dem Namen August Renz Berühmtheit als Lützower Jägerin erlangte. Im Biwak am Göhrde - Gefechtsfeld ließen alle den Freitag ausklingen.
Der Samstag begann mit dem frühzeitigen Wecken, dies übernahm ein Piper. Schon vor dem Frühstück hieß es für einen Teil von uns Antreten, denn wir nahmen am Drill und Exerzieren teil. Wie übten das Marschieren und Wheelen, das musste auch früher stets geübt werden. Nach ca. einer Stunde ging es dann zum Frühstück. Unsere Marketenderinnen hatten gute Arbeit geleistet, so dass wir unser wohlverdientes Frühstück mit Kaffee und Tee einnehmen konnten.
Der Ablauf des Wochenendes war gut strukturiert und es gestaltete sich ein interessanter Tag für Zuschauer und Darsteller. Gegen 11 Uhr sammelten sich die Darsteller um zur Gedenkveranstaltung am Göhrdedenkmal zu marschieren. Dort erfolgten Kranzniederlegungen, auch unser Ensign Tino hatte ein Gesteck geordert, das von Jens und Thomas niedergelegt wurde. Nach dem Rückmarsch war es Zeit wieder etwas für den Magen zu tun, denn ohne Mampf kein Kampf, wie es so schön heißt. Zwischenzeitlich (und während des gesamten Wochenendes) wurden Gespräche mit anderen Gruppen und Zuschauern geführt, gerade die Schriften (z.B. Meldungen aus der Artillerie - Uniformhandbuch / Anzugarten), die bei uns auslagen, fanden viele von Interesse.
Die nun folgenden Gefechte, Paraden und anschließenden Vorführungen der Darsteller, wie zum Beispiel die Lazarettdarstellung unseres Surgeons, machten Spaß und haben gefallen. Insgesamt war es ein schönes Wochenende und wir haben uns gefreut, die anderen Gruppen wiedergetroffen zu haben.

Für die wirklich gute Organisation möchten wir uns beim General Franke bedanken.

An all jene, die sich für unser Hobby interessieren, sich aber nicht aktiv einbringen können oder möchten:
Sponsoren und Fördermitglieder sind natürlich auch immer Willkommen ;) Man kann sich bestimmt vorstellen, dass die authentische Darstellung und die Organisation von Non-Profit-Veranstaltungen, natürlich auch jede Veranstaltung für sich, diverse Kosten verursachen, die es zu tragen gilt. Ohne die Unterstützung Anderer wäre dies in geeigneter Form nicht möglich, daher geht unser Dank an all Jene, die uns unterstützen.

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